Gegenständliche Malerei heißt bei Sabine Wannenmacher nicht akribische Wiedergabe des zu Sehenden, sondern künstlerische Annäherung ans Motiv. Die bewusst gewählte Unvirtuosität und vereinfachende Direktheit der Darstellung zeigt ihre Meisterschaft im überzeugenden Gesamteindruck mit dem hier Malerei ankommt. Die Komposition der Bildmotive vermitteln dem Betrachter einen Eindruck vom Gespür der Malerin für Farbe, Struktur und Aufbau, für spannungsvolle Komposition des Bildgefüges. Ornamenthaftes kommt beiläufig daher und steigert den malerischen Ausdruck, beispielsweise eines Gemäldes wie jenem vom Berliner Eisstadion, dessen Einrahmung am oberen und unteren Bildrand, den Charakter des Gemäldes ins Lyrische steigert. Sabine Wannenmacher zeigt uns mit ihren Bildern was sie sieht, und ihre Bilder erzählen sofort eine Geschichte. Der Grantapfelverkäufer, hier „Tittenverkäufer“, der sich der Frucht, die er verkauft auch irgendwie optisch angenähert hat...Die kleinformatigen Gemälde einer Postkartenidylle von der Nordsee, vom Wald, – diese Bilder erzeugen Bilder und lassen den Betrachter in ihrer Intensität eintauchen ins Abbild der Wirklichkeit. Es ist eine undogmatische, realistisch-figurative Malerei von hoher Qualität und Sicherheit in der Nutzung der malerischen Mittel. Die produktive Auseinandersetzung mit der Realität, heißt hier nicht Nachahmung der Realität oder möglichst naturgetreue Abbildung derselben. „Realität ist nicht, wie die wirklichen Dinge sind, sondern wie die Dinge wirklich sind.“ B.Brecht