Manuel Frattinis Aquarelle sind Ergebnis und „Dokumentation“ seines Reisens und seiner Eindrücke von der sichtbaren Welt. Frattini zeigt das so im Kopf Gesammelte in kleinformatigen, stimmungsvollen Zeichnungen und Aquarellen, die reduziert und losgelöst, unabhängig vom eigentlichen Objekt ihre Poesie entfalten. Eine reine Wiedergabe des Gesehenen ist auch hier nicht angestrebtes Ziel. Da lösen sich Landschaften zu Linien auf, verbinden sich Linien zu Blumen, entstehen Porträts und Stilleben auf der Basis einer sparsamen Malerei, die mit minimalistischen Mitteln Objekte zeigt und manchmal auch Geschichten von großer Dichte und Atmosphäre erzählt. Die so entstehenden „Formen visueller Anverwandlungen“ (Volker Bauermeister, Bad. Zeitung , 16.06.03) und die Kunst des Weglassens bringen den Betrachter dahin, die Bilder über das Dargestellte hinaus zu lesen und zu entdecken, das Geheimnisvolle und Rätselhafte ihrer Poesie lüften zu wollen. Das Einzelbild erzählt, ist Kosmos, fügt sich mit anderen zu einem Ganzen und kann doch jederzeit wieder für sich alleine stehen oder aber im Gesamtkosmos aufgehen.