idee aktuell kuenstler impressum

Werner Pokorny /Daniel Sigloch 11.08. - 23.09.06




Werner Pokorny - Daniel Sigloch
Skulptur - Fotografie

Am 25. August findet um 19 Uhr ein Künstlergespräch statt.

11. August bis 23. September 2006
Eröffnung: Freitag, 11.08. 18 bis 21 Uhr Einführung in die Ausstellung um 19 Uhr durch Dr. Uwe Rüth, Direktor, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Die Gemeinsamkeiten der Arbeiten von Werner Pokorny und Daniel Sigloch, die Herr Dr. Uwe Rüth in seiner Eröffnungsrede trotz des "spannungsvollen Kontrasts und der Gegensätzlichkeit" der Skulpturen und Fotografien herausstellte, heben gleichzeitg die Eigenständigkeit und Besonderheit der jeweiligen künstlerischen Position hervor.
Werner Pokorny (*1949), Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hat innerhalb der Ausstellungsreihe "Mentor und Schüler" seinen ehemaligen Schüler Daniel Sigloch (*1970) eingeladen, mit ihm gemeinsam auszustellen.

Das „Haus“ als Archetypus in seiner ureigensten Form als Kubus mit Spitzdach ist Schlüsselmotiv des umfassenden Oeuvres Pokornys, wie auch Gefäße, Rippen, Schalen und Boote. Bereits in den 80er Jahren beginnt Pokorny seine Skulpturen mit der Kettensäge und den klassischen Bildhauerwerkzeugen aus dem Baumstamm herauszuarbeiten. Seit 2003 entstehen feuergeschwärzte Skulpturen, die, die bereits genannten ikonographischen Modelle im Werk von Werner Pokorny spiegeln und innerhalb einer Skulptur vereinigen. Parallel zu den in Holz konzipierten Arbeiten beschäftigt sich Pokorny seit den 90er Jahren mit Skulpturen aus Cortenstahl. Hierbei werden selbst großformatige Arbeiten äußerst präzise und perfekt mit höchster handwerklicher und technischer Könnerschaft umgesetzt. Die monolithischen, geschwärzten Holzskulpturen Pokornys, wie auch seine Skulpturen aus Cortenstahl zeichnen sich durch ihren hohen Abstraktionsgrad, ihrer Reduziertheit, Dynamik und Präsenz aus und stehen den "romantisch" anmutenden, vielschichtigen Landschaften und Porträts von Daniel Sigloch spannungsvoll gegenüber.

 

Daniel Sigloch zeigt „Digitale Malerei“, Fotografien von Landschaften, die in ihrer Ausstrahlung an die ganze Palette der Landschaftsmalerei seit dem Entstehen der Gattung bis hin zur Romantik erinnern. In einem der Malerei ähnlichen Prinzip wird Bild um Bild, Schicht um Schicht, vergleichbar einer lasierenden Malerei, übereinander gelegt. Arbeitsgrundlage sind digitale Fotografien, die Sigloch während einer Auto- oder Zugfahrt oder eines Spaziergangs macht. Diese Fotografien werden am Computer bearbeitet und dann chronologisch nach ihrer Entstehung übereinander gelegt. Die einzelne Arbeit besteht aus bis zu 300 Fotografien. Daher sind in den geschichteten Ansichten sowohl der erste, wie der letzte Eindruck gleichzeitig präsent und es überlagert, wie in der menschlichen Erinnerung, der letzte Eindruck den ersten. Zeit und Raum sind zentrale Momente dieser Arbeiten und es ist nicht der Augenblick erfasst sondern ein Zeitverlauf. Im Gegensatz dazu scheinen die Skulpturen Pokornys stillzustehen, trotz ihrer Dynamik und kompositorischen Spannung, die Zeit anzuhalten.

 

 

Presseecho:

Kölnische Rundschau 30.08.2006

 

Ressort: KÖLN KULTUR

Die Saison beginnt auch in den Galerien

Von Schutz und Schönheit

"Mentor und Schüler", präsentiert im Projektraum Knut Osper

Die Idee, "Mentor und Schüler" in einer gemeinsamen Schau zu präsentieren, ist von hohem Reiz. Dies zeigt sich im Projektraum Knut Osper, wo sich der Bildhauer Werner Pokorny (Jg. 1949), Professor an der Kunstakademie in Stuttgart, und Daniel Sigloch (Jg. 1970) begegnen, der längst eigene Wege geht. "Er hat eine ausgezeichnete Entwicklung gemacht", lobte denn auch der Lehrer beim gemeinsamen Künstlergespräch.

Nur auf den ersten Blick scheint ihr Werk unvereinbar. "Der Begriff der Einfachheit ist mir sehr wichtig", sagt Pokorny mit Blick auf seine archaischen schwarzen Holzplastiken, die an Gefäße erinnern. Ein Schlüsselmotiv ist das Haus, das auch bei den Skulpturen aus Cortenstahl in vielfacher Variation erscheint - mal als blockhafter Schutzraum, mal als Hülle mit Durchblicken. "Das Haus steht für die Geborgenheit und das Behaustsein, es kompensiert aktuelle Zustände", erklärt der Bildhauer, dessen Skulpturen durch Leichtigkeit und Dynamik bestechen (2000-18 000 Euro). Siglochs idealisierte Landschaften entstehen am Computer. Hier schichtet er Aufnahmen übereinander, die etwa bei Auto- und Zugfahrten entstanden sind. Dabei blendet er alle Indizien menschlicher Existenz aus, bis eine romantisch-verklärte Parklandschaft entstanden ist, ein selbstgeschaffenes Arkadien von überirdischer Schönheit. "Das sind Trugbilder, die schnell entschlüsselbar sind", meint der 36-Jährige; "man erkennt die Manipulation". Das Prinzip der Schichtung liegt auch den Porträts zugrunde. Hier tilgt Sigloch individuelle Züge und lässt sein Modell in madonnenhafter Ebenmäßigkeit erstrahlen. Für eine andere Werkserie fertigte er Bilder von einer Stadt in Süditalien an, die nach einem Erdrutsch von den Bewohnern verlassen wurde.

Diese Aufnahmen hat er partiell übermalt und auf diese Weise bestimmte Details markant in den Mittelpunkt gerückt (300-2300 Euro). "Die Haltung ist nicht so weit auseinander", meint der gelernte Steinbildhauer mit Blick auf seinen Lehrer. Die "Sehnsucht nach dem Ort" bildet die Schnittmenge im Werk der beiden Künstler, die sich nur unterschiedlicher Ausdrucksformen bedienen. (sty)

Große Brinkgasse 17-19.

Bis 23. 9., Mi bis Fr 12-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr.

Daniel Sigloch (l.) und Werner Pokorny. (Foto: Schmülgen)


 

 



Dieser Eintrag wurde am 01.06 2007 um 17:04 Uhr geschrieben.


top
aufwärts
abwärts